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ÜberMarianne Seiz

Ich wurde 1973 in Wien geboren und wuchs im damals noch verschlafenen Außenbezirk Ottakring nahe der gleichnamigen Brauerei auf. Meine Eltern waren Filmmaler – ein heute ausgestorbener Beruf.

In einem Hinterhof zwischen der Wohnung und dem Atelier meiner Eltern spielten mein Bruder und ich am liebsten in einer Art natürlicher Sandkiste. Die Konsistenz und der Geruch der feuchten, lehmigen Erde waren eine prägende sinnliche Erfahrung, die nicht nur meine kindliche Spielfreude weckte, sondern auch den Grundstein für meine spätere Begeisterung für das Töpferhandwerk legte.

Währenddessen zogen wunderbare Düfte nach Speisen durch den Hof, die meine Mutter unermüdlich und mit großer Leidenschaft in unserer winzigen Küche zubereitete, oft für viele Gäste und Feste.

Wie viele kreative Menschen hatte ich keine große Freude am herkömmlichen Schulbetrieb und wechselte daher an die Berufsschule für Keramik, die ich 1992 mit Auszeichnung abschloss. Kurz darauf fand ich über eine Schulkollegin meiner Mutter ein weiteres Hinterhofobjekt mit wechselvoller Geschichte: erst Schießstand, dann Oblatenfabrik für Hostien, schließlich Waschmaschinenlager, bevor es zu dem Atelier wurde, in dem ich begann, selbstständig zu arbeiten und es bis heute tue.

1996 kam meine Tochter zur Welt. Zwei Jahre später boten mir meine Eltern an, mich auf der Wiese hinter ihrem Arkadenhof im Südburgenland, in dem heute die Sommerateliers stattfinden, kreativ auszutoben.

Vieles habe ich mir in den folgenden Jahren autodidaktisch angeeignet: Ich grub Löcher in den lehmigen Boden, baute Öfen und Schornsteine, setzte Luftzufuhren, fand heraus, wie man bestimmte Temperaturen erreicht, entdeckte den Raku und Rauchbrand. Ich besuchte einen Zen-Einführungskurs und begann, Teeschalen zu fertigen und Kleinserien zu entwickeln. Seither versuche ich stets, das Archaische und Sinnliche des Niedrigbrands mit modernem Design und den Ansprüchen der Gastronomie zu verbinden.

Kochen, Essen und Trinken hat für mich schon immer einen sehr hohen Stellenwert gehabt. Es nährt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele, wenn man sich mit Freunden und Familie um eine Tafel versammelt, um zu feiern. Deshalb liebe ich es, Teller zu gestalten, die die Mahlzeit zum Fest machen.

"Jeder kreativ tätige Mensch hat einen Traum. Meiner war es schon immer, schönes Geschirr für gute Restaurants herzustellen – und ich habe ihn mir erfüllt!"

Marianne Seiz

Team Carousel

Alleine würde ich es schon längst nicht mehr schaffen! An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an meine wunderbaren Mitarbeiterinnen für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Loyalität: